Fluchtursachen verstehen und begreifen

„Missio-Truck“ besucht Gymnasium St. Xaver

(pz). Auch wenn in den Medien immer weniger von Flüchtlingen berichtet wird, so gibt es sie nach wie vor: Menschen, die von Afrika, Syrien oder Afghanistan aus versuchen, Europa zu erreichen, um hier sicherer leben zu können. Entsprechend wichtig ist es, sich mit ihrem Schicksal auseinanderzusetzen. Eine Möglichkeit dazu bietet das kirchliche Hilfswerk Missio mit dem „Flucht-Truck“ an: eine durch unterschiedliche Räume sich ziehende, interaktive Ausstellung zum Thema „Menschen auf der Flucht“, die im Anhänger eines Sattelschleppers Platz gefunden hat. Dieser Truck war nun am Gymnasium St. Xaver zu Gast und wurde von den Klassen 8 besucht.

Für die Schüler der Jahrgangsstufe 8 dürfte es eine völlig neue Erfahrung gewesen sein: Hautnah mithilfe der multimedialen Ausstellung im Truck nachzuempfinden, was eine Flucht bedeuten kann, welche Konsequenzen diese aber auch mit sich bringt. Dafür wählte jeder Schüler beim Betreten des langen Anhängers einen von insgesamt acht Charakteren aus dem Ostkongo aus, einer Region, die von Krieg und Vertreibung geprägt ist.

Was die Ursache dafür ist, das erfuhren die Schüler gleich im zweiten Raum der Ausstellung: Coltan, ein Erz, das insbesondere im Ostkongo abgebaut wird und für die Herstellung von Mobiltelefonen unabdingbar ist. Da der Handymarkt boomt, steigt auch die Anfrage nach Coltan. Daraus resultiert, dass der Verkauf des Rohstoffs den Minenbesitzern viel Geld einbringt – mit der Folge, dass Kämpfe um die Minen entbrannt sind. Täglich müssen Menschen fliehen oder werden vertrieben.

Austausch über das in der Ausstellung Erfahrene: Tété Agbodan lud die Schüler zur Reflexion ein.

Daher folgten auch die Schüler den von ihnen gewählten Charakteren auf ihrer Flucht: Über einen kleinen, engen Raum, in dem die Fahrt im Frachtraum eines Lasters simuliert wurde, über weitere Stationen bis schließlich zum Zufluchtsort, an dem von den Startschwierigkeiten in der neuen Umgebung berichtet wurde.

Mit all diesen Informationen wurden die Schüler jedoch nicht allein gelassen. Vielmehr fanden sie sich nach dem Besuch der Ausstellung in einzelnen Gruppen zusammen, um gemeinsam mit dem Begleiter des „Missio-Trucks“ Tété Agbodan und einem Lehrer das Erlebte zu reflektieren. Entsprechend dürften die Schüler einen Eindruck davon erhalten haben, was es bedeutet, seine Heimat verlassen zu müssen – mit all den schweren Konsequenzen, die solch eine Flucht mit sich zieht.