Medienabend sorgt für konstruktiven Austausch

(fe). Es ist mittlerweile schon zur guten Tradition geworden: Einmal im Schuljahr findet ein Medienabend für Eltern und Lehrer am Gymnasium St. Xaver statt. Schon der Titel versprach viele interessante Einblicke: „Das Smartphone im Kinderzimmer“.

So versammelten sich erfreulich viele Eltern und Lehrer in der Aula des Gymnasiums St. Xaver. Wie im Vorjahr leitete Diplom-Theologe Hans-Bodo Markus, Referent und Medienexperte in der Hauptabteilung Schule und Erziehung des Erzbistums Paderborn, in einem Einstiegsvortrag die Relevanz des Themas her und betonte dabei Chancen und Risiken der sozialen Netzwerke, Online-Spiele und Apps. So habe die Jim-Studie (2018) zum Thema Medienkonsum erst kürzlich erneut empirisch aufgezeigt, dass das Smartphone für Kinder und Jugendliche zum ständigen Begleiter im Alltag geworden sei. Durchschnittlich 95% aller Jugendlichen besitzen demnach ein Smartphone und nutzen dies vor allem für soziale Netzwerke wie WhatsApp, Instagram oder die Videoplattform YouTube.

Im Rahmen seines Vortrags vermittelte Hans-Bodo Markus verschiedene Empfehlungen für die Eltern und Lehrer. Das Thema Datenschutz nahm dabei eine wichtige Rolle ein, aber auch andere Risiken wie der ununterbrochene Eingriff in das Privatleben und die Gefahr des Cyberbullying wurden thematisiert. Besonders betont wurde die Notwendigkeit, sich kooperativ mit den Kindern über die verschiedenen Chancen und Risiken auszutauschen und sie auf ihrem Weg in eine digitale Welt zu begleiten, statt sie nur durch Verbote vor vollendete Tatsachen zu stellen. Der Referent empfahl in diesem Zusammenhang die Internetseiten www.klicksafe.de und www.saferinternet.at, die viele Informationen und Handlungsoptionen für Kinder, Eltern und Lehrer bieten.

In der sich anschließenden regen Aussprache und Diskussion tauschten Eltern und Lehrer ihre Erfahrungen aus und äußerten Sorgen und Bedenken, beispielsweise die Frage, ab welchem Alter Kinder ein Smartphone besitzen sollten und wie man den reflektierten Umgang damit anleiten kann. Es wurde aber auch vermehrt die Verantwortung der Eltern und der Schule betont und darauf hingewiesen, dass ein ständiger Austausch über das Medienverhalten der Kinder wichtig sei.

Interessante Denkanstöße brachte Anne Weber in die Diskussion ein, die wie Hans Bodo Markus in der Hauptabteilung Schule und Erziehung arbeitet und derzeit zum Thema ‚Ethische Aspekte der Digitalisierung‘ promoviert. Sie informierte beispielsweise darüber, dass Studien gezeigt hätten, dass das Verhalten der Kinder in der digitalen Welt in der Regel ein Spiegel ihres Verhaltens in der analogen Welt sei. Sie leitete daraus die Notwendigkeit der fürsorglichen Werteerziehung ab, stellte aber auch klar, dass Erwachsene sich im Hinblick auf ihren eigenen Medienkonsum immer ihrer Vorbildfunktion bewusst sein müssten.

Kurzum: Ein alles in allem gewinnbringender Abend zu einem aktuellen Thema, das in der Zukunft immer weiter an Bedeutung gewinnen wird.

Auf dem Titelfoto: Hans-Bodo Markus informierte anschaulich und interessant über die aktuellen Entwicklungen sowie damit verbundene Chancen und Risiken.

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