Vom Wort zur Tat – Der „Urfaust“ in Weimar

Ein Bericht von Friedrich Ströhmer

Am Abend des 14. November 2019 kamen wir in Weimar an. Nach kurzem Warten vor dem Hostel bekamen wir auch gleich unsere Zimmerschlüssel und bezogen die Zimmer. Wir waren mit etwas Verspätung unterwegs und warfen uns daher schnellstmöglich in unsere Abendgarderoben, da es mehr oder weniger nahtlos weiter gehen sollte. Also machten wir uns (umweltfreundlich) zu Fuß auf den Weg zum Deutschen Nationaltheater.

Dort angekommen suchten die meisten hektisch nach einer Gelegenheit, etwas zu essen, weil unser Abendessen ausgefallen war. Wir begnügten uns mit einem „Brötchen auf die Hand“. Zur Aufheiterung gab Herr Wrede zu bedenken, dass es doch eigentlich genau dem künstlerischen Sinne entspreche, ein „karges Mahl“ zu essen und sich gleichzeitig der Kunst zu widmen.

Im Theater hörten wir zunächst einen Vortrag zum Stück und sahen uns anschließend die durchaus faszinierende Inszenierung des „Urfaust“ an. Der „Urfaust“ ist eine Faust-Version Goethes, welche er später noch zu dem heute bekannten „Faust I“ überarbeitete. Nach der Vorstellung gab es eine Nachbesprechung. Wir waren alle noch so beeindruckt, dass es zunächst Schwierigkeiten gab, die Diskussion ins Rollen zu bringen, doch nach wenigen Minuten hatten alle etwas gefunden, über das sie gerne sprechen wollten. Ein junger Mitarbeiter, der auch zuvor den Vortrag gehalten hatte, beantwortete uns viele Fragen und diskutierte mit uns über diverse Inszenierungsansätze.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück und dem Räumen der Zimmer gleich weiter zur ersten Stadtführung. Wir wurden in Gruppen aufgeteilt. Bei dieser ersten, allgemeinen Stadtführung erfuhren wir viel über die Architektur, berühmte Persönlichkeiten, die im Lauf der Geschichte zu Gast waren oder auch hier gelebt haben, natürlich viel über Goethe und auch über die dunklen Hintergründe der NS-Zeit. Danach gab es zwei Stunden Pause, die alle nutzten, um etwas essen zu gehen.  Anschließend trafen wir uns erneut zur zweiten Stadtführung. Diese Führung war nach Themen aufgeteilt. Man konnte verschiedenes u.a. zur Stadtgeschichte Weimars, zu den musikalischen (Stichwort: Bach, List) und auch kunstgeschichtlichen (Stichwort: Bauhaus) Hintergründen Weimars erfahren.

Am Ende der Führungen hatten alle noch etwas Zeit zur freien Verfügung. Anschließend machten wir uns auf den Rückweg zum Bus. Dann fuhren wir, den Kopf voller Eindrücke, geschichtsträchtiger Gedanken und vor allem einer Menge Faust-Zitate, wieder nach Hause.     

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