Beeindruckendes Filmerlebnis

Jahrgangsstufe 12 sieht Neuverfilmung der „Deutschstunde“

(ve). Im Rahmen der Schulkinowoche des Landes NRW, an der sich auch das Kino Bad Driburg seit Jahren beteiligt, hat die Jahrgangsstufe 12 vom Gymnasium St. Xaver die Neuverfilmung des Romans „Deutschstunde“ von Siegfried Lenz dankenswerterweise besuchen dürfen.

Der Hauptdarsteller Siggi Jespen erzählt aus der Perspektive eines Inhaftierten einer Jugendstrafanstalt. Er soll 1954 einen Aufsatz über „die Freuden der Pflicht“ schreiben. Zunächst unfähig zu schreiben, erinnert sich Siggi in Einzelhaft zurück bis in das Jahr 1943, vor allem an seinen Vater Jesper Jensen, der im schleswig-holsteinischen Dorf Rugbüll seinen Dienst als Polizist tut. Eines Tages muss der Polizist dem dort lebenden Maler Max Nansen, seinem ehemaligen Jugendfreund, den Berufsverbotsbescheid der nationalsozialistischen Kulturfunktionäre zustellen und für dessen Einhaltung sorgen.

Siegfried Lenz hat hier Züge des Lebensschicksals von Emi Nolde eingearbeitet. Während der Vater den Maler mit paranoider Besessenheit zu überwachen beginnt, wird der Sohn zum Warner, Retter und Bewahrer. Aus diesem einmal aufgezwungenen Verhaltensmuster können Vater und Sohn nicht mehr ausbrechen, selbst als die Herrschaft der Nationalsozialisten beendet ist.

Das Kino als Lernort: Filmisches Erzählen wurde anhand des Films „Deutschstunde“ eindrucksvoll erlebbar.

Der Film setzt sich bei der Umsetzung der Romanvorlage insbesondere mit der zerstörerischen Wirkung der Überbetonung des Pflichtgedankens für die zwischenmenschlichen Beziehungen auseinander. Der Regisseur lässt vor allem Bilder sprechen, die Sprache tritt zurück, filmisches Erzählen wird auf diese Weise eindrucksvoll erlebbar.  Die angespannte Ruhe unter den weit über hundert jugendlichen Zuschauern und die anschließenden Diskussionen haben deutlich gemacht, dass die angesprochene Thematik wie auch die Umsetzung einen tiefen Eindruck bei den Schülerinnen und Schülern hinterlassen haben. 

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