Medienabend am Gymnasium St. Xaver

(fe). „Chancen, Risiken und Status der digitalen Schule“ – Passend zu diesem, gerade in Zeiten der Corona-Pandemie, sehr aktuellen Thema fand der diesjährige Medienabend für Eltern in der gut besuchten Aula des Gymnasiums St. Xaver statt.

Schulleiter Antonio Burgos sowie die Medienkoordinatoren Severin Girolstein und Dr. Stephan Blazy freuten sich, mit Nils Häkler einen ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet als Referenten begrüßen zu dürfen. Nils Häkler ist Lehrer für die Fächer Mathematik, Informatik und Sport und betreut den Prozess der Digitalisierung nicht nur an seiner Schule, sondern auch in seiner Funktion als Schulentwicklungsberater im Qualitätsmanagement des Erzbistums Paderborn, dort derzeit schwerpunktmäßig in der Projektgruppe ‚Digitalisierung‘.

In seinem Impulsvortrag zeigte er Chancen wie auch Risiken digitaler Unterrichtswerkzeuge auf. Ausgehend vom so genannten ‚SAMR-Modell‘ wurden zunächst Chancen und Perspektiven theoriegeleitet erläutert. Dem Modell liegt eine stufenförmige Entwicklung der Nutzung digitaler Medien zugrunde. So sollen diese langfristig nicht nur traditionell eingesetzte analoge Materialien ersetzen (substitution), sondern diese deutlich verbessern (augmentation), ganze Lernprozesse anpassen (modification) oder gar neu gestalten (redefinition). Anhand von verschiedenen Praxisbeispielen wurde der Mehrwert anschaulich erläutert. Ein Beispiel für einen vollkommen neuen Lernprozess könnte die App ‚Garage Band‘ sein, die den Musikunterricht „revolutioniere“, so Nils Häkler.

Der Referent wies aber ebenso auf Risiken des Einsatzes digitaler Unterrichtswerkzeuge hin. So müsse das „Kulturgut“ des Schreibens mit Stift und Papier, gerade bei jüngeren Schülerinnen und Schülern, weiter geformt werden. Der Einsatz von iPads müsse jederzeit kritisch reflektiert und sinnvoll gewählt werden. Auch im Hinblick auf gesundheitliche Aspekte sei dies von Bedeutung, denn die Auswirkungen einer erhöhten Bildschirmzeit seien bekannt. In diesem Zusammenhang verwies Nils Häkler auch auf die These der eintretenden „digitalen Demenz“ des Medienkritikers Manfred Spitzer und schlussfolgerte daraus die Bedeutung der Medienpädagogik. Vor allem müsse das iPad von den Schülerinnen und Schülern vermehrt als ‚Arbeitswerkzeug‘ und nicht als Medium zur Unterhaltung gesehen werden. Das hätte nämlich zur Folge, dass das Gerät nach erledigter Arbeit auch weggelegt werden sollte.

Zuletzt gab der Referent noch einen Einblick in den aktuellen Stand der Digitalisierung im Erzbistum Paderborn. Er berichtete vom enorm hohen Potenzial und den vielen neuen Impulsen aus den Schulen und der Elternschaft, die an den Schulträger herangetragen würden. Diese müssten nun zielgerichtet kanalisiert und in weitere Konzepte eingearbeitet werden. Dieser Prozess sei zwar manchmal komplex, jedoch auf einem guten Weg, was man auch am Gymnasium St. Xaver, laut Nils Häkler „eine Leuchtturmschule der Digitalisierung im Erzbistum Paderborn“, erkennen könne. Durch die Einführung des Schulportals seien mittlerweile die Kommunikation, der Datenaustausch und die Organisation von Lernprozessen sehr praktikabel und datenschutzkonform möglich. Zudem sei die Einführung der iPads für alle Lehrenden sowie die Lernenden der Jahrgangsstufen 8 und 10 bisher alles in allem sehr zufriedenstellend verlaufen. 

In der sich anschließenden Frage- und Diskussionsrunde wurden von Elternseite verschiedenste Themen angesprochen. Neben Möglichkeiten der Reglementierung des Einsatzes digitaler Geräte in Schule und Elternhaus sowie Fragen zum Datenschutz wurden auch Alltagserfahrungen ausgetauscht und teils kontrovers diskutiert, auf bisherige Probleme hingewiesen und der Umfang bzw. die Praktikabilität der Nutzung des Schulportals erörtert.

Am Ende waren sich wohl alle einig: Dass solch ein umfassender Prozess wie die Digitalisierung das Zusammenarbeiten und den ständigen Austausch aller Beteiligten erfordert, wurde durch diesen gewinnbringenden Medienabend abermals deutlich.

Das Titelbild zeigt (v.l.): Dr. Stephan Blazy, Nils Häkler, Antonio Burgos und Severin Girolstein.

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