Schulisches Engagement aus einer tiefen Überzeugung heraus

Anette Rensinghoff-Menger in den Ruhestand verabschiedet

(pz). Wer Anette Rensinghoff-Menger kennt und sie als Lehrerin und Kollegin erleben durfte, der weiß, wie stark sie sich für das Leben an der Schule engagiert hat. Umso schwerer fiel es dem Kollegium, sie nach ihrer fast 35 Jahre langen Tätigkeit am Gymnasium St. Xaver nun in den Ruhestand zu verabschieden.

Nach ihrem Studium in Münster, einem Auslandsaufenthalt in Chile und dem Referendariat in Düsseldorf nahm Anette Rensinghoff-Menger ihren Dienst am 8. September 1986 am Gymnasium St. Xaver auf. Dabei war sie zunächst nur für drei Jahre mit dem Ziel angestellt worden, als einzige Lehrerin mit der Fakultas für das Fach Spanisch das sogenannte „Driburger Modell“ zu Ende zu führen. Dieses ermöglichte in Deutschland ansässigen spanischen Schülerinnen und Schülern, ein spanisches und zugleich deutsches Abitur abzulegen – eine Aufgabe, der sich Anette Rensinghoff-Menger in ihren ersten Jahren an der Schule intensiv widmete. 1988 folgte ihre Verbeamtung und aus den ursprünglich vorgesehenen drei Jahren am Gymnasium St. Xaver wurden schließlich fast 35 Jahre, in denen sich Anette Rensinghoff-Menger auf vielfältige Weise in das Leben der Schule einbrachte.

Zunächst engagierte sie sich in dem damaligen Schulpastoralteam St. Xaver („PTX“). Auf ihre Initiative ging aus dieser Tätigkeit u. a. die Missionspartnerschaft mit den Steyler Missionsschwestern in Bolivien hervor – ein Projekt, das einen intensiven Austausch mit den dort lebenden Menschen ermöglichte und bis heute ermöglicht und das vor allem eine Brücke zu der ursprünglichen Zielrichtung des Gymnasiums St. Xaver schlägt: im Sinne Arnold Janssens und der Steyler Missionare Menschen in anderen Teilen der Erde in den Blick zu nehmen und sich für sie einzusetzen. So konnten im Rahmen der Missionspartnerschaft zahlreiche Selbsthilfeprojekte in Bolivien realisiert werden und das insbesondere auch aufgrund der Tatkraft und Entschlossenheit Anette Rensinghoff-Mengers.

Nach dem Erwerb einer Zusatzqualifikation zur „Peace and Conflict Consultant“ baute sie die Problem- und Konfliktberatung am Gymnasium St. Xaver auf, von der viele Generationen von Schülerinnen und Schülern bis heute profitieren. Woche für Woche stand sie ihnen in ihren Sprechstunden professionell zur Seite, hörte zu und bestärkte sie darin, (oft mit ihnen zusammen) eigene, selbstwirksame Lösungsstrategien zu entwickeln.

Außerdem setzte sie sich u. a. für die Umsetzung eines Schulkodex ein, in dem grundsätzliche Werte und Normen des Zusammenlebens am Gymnasium St. Xaver festgeschrieben wurden. Auch die Etablierung des „No Blame Approach“, einer spezifischen Vorgehensweise beim Auftauchen von Mobbingfällen, geht auf ihre Initiative zurück. In zahlreichen Fortbildungen bildete sie Klassenlehrerinnen und -lehrer darin aus und stand ihnen darüber hinaus jederzeit beratend zur Seite.

Unter anderem diese Form der Unterstützung, die oft ganz leise und im Verborgenen geschah, zeichnete die Tätigkeit von Anette Rensinghoff-Menger am Gymnasium St. Xaver aus, wie Monika Blazy in ihrer Ansprache als Vertreterin des Lehrerrats betonte. Aber auch ihre hohe Kompetenz und ihr schulisches Engagement wurden geschätzt, wie sowohl Stephan Meiwes für das Fach Spanisch als auch Pia Höning, Stefan Klüner und Christoph Paetzold für das Fach Religion ausführten. Schulleiter Antonio Burgos stellte in seiner Ansprache noch einmal die zahlreichen Tätigkeiten Anette Rensinghoff-Mengers heraus, von denen Schülerinnen und Schüler ebenso profitiert hätten wie Kolleginnen und Kollegen. Dass dieses außergewöhnlich große Engagement auch aus der tiefen Überzeugung geschehen sei, Menschen zu begleiten und ihnen Werte im Sinne eines gelebten christlichen Glaubens zu vermitteln, darin waren sich alle Rednerinnen und Redner einig.

Zum Titelbild: Anette Rensinghoff-Menger hat am Gymnasium St. Xaver u. a. die Missionspartnerschaft mit den Steyler Missionsschwestern in Bolivien aufgebaut, durch die u. a. Schülerinnen und Schüler und ihre Familien im Andendorf Tapacari unterstützt werden.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.