Impuls zum Pfingstfest

In der 10. Klasse habe ich im Chemieunterricht nichts mehr verstanden. Kann sein, dass ich mich auch nicht so sehr bemüht habe. Auf jeden Fall hätten „Mol“ und die „Loschmidtsche Zahl“ ebenso gut Chinesisch sein können – ich war raus. In China war ich noch nie, aber in anderen Ländern, deren Landessprache ich nicht spreche. Wenn alle Menschen um einen herum miteinander sprechen und nur man selbst nichts versteht, dann ist das ein merkwürdiges Gefühl. Respekt für alle, die in einem Land neu anfangen, dessen Sprache sie noch nicht beherrschen!

Manchmal versteht man sich ohne Worte. Im Fußballstadion zum Beispiel, wenn ein Tor fällt. Wenn zwei verliebt sind. Wenn dich jemand freundlich anlächelt.

Als sich die Freunde Jesu in Jerusalem endlich trauen von ihm zu erzählen, sind sie so begeistert, dass jeder sie versteht. Über jedem Einzelnen der Jünger und Jüngerinnen lässt sich eine Flamme nieder, jeder empfängt den Heiligen Geist. Nicht nur die Schlauesten, Schönsten und Coolsten. Jeder und jede. Jesus ist nicht mehr so bei ihnen, wie es zu seinen Lebzeiten war, als sie ihn anfassen konnten. Aber in dieser Kraft, in dieser Energie, die sie plötzlich spüren, da ist er ihnen ganz nahe. Und sie erfahren: Wir können die Sache Jesu weitertragen.

Unter der Federführung von Frau Ringleb haben einige Klassen diese Flammen, diese Feuerzungen gestaltet und an das Fenster zwischen Schulbüro und Lehrerparkplatz geklebt. Gute Wünsche sind in verschiedenen Sprachen hineingeschrieben, z.B. auch auf Polnisch oder Persisch: „Hab Mut!“, „Fang an!“, „Erhol dich!“ und mehr. Welcher Zuspruch würde dir jetzt besonders guttun?

Wenn wir uns gegenseitig unterstützen und Mut machen, miteinander lachen und respektieren, dass wir verschieden sind, dann ist das ganz sicher der Heilige Geist, der da am Werk ist. Sehen kann man den nicht. Aber spüren. Und er spricht in der Sprache, in der wir ihn verstehen. Auch in Chinesisch.

Frohe Pfingsten!

für die Schulseelsorge: Gisela Sturm

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