Medienabend am Gymnasium St. Xaver

Vortrag und Austausch zum Thema ‚Digitale Kriminalität‘

(fe). Er ist mittlerweile zu einer guten Tradition am Gymnasium St. Xaver geworden: Der Medienabend für Eltern. So konnten Schulleiter Antonio Burgos und Medienkoordinator Severin Girolstein auch in diesem Jahr viele interessierte Eltern in der Aula der Schule begrüßen. Referentin des Abends war Katharina Willberg von der Polizei Höxter.

Vor dem Hintergrund der sich stetig intensivierenden Digitalisierung der Lebenswelten der Erwachsenen und vor allem auch der Kinder ist es Ziel der Medienbildung am St. Xaver, die Schülerinnen und Schüler für einen selbstständigen und reflektierten Umgang mit digitalen Angeboten zu sensibilisieren sowie auf mögliche Gefahren, die oft unbewusst auftreten, vorzubereiten. Da dazu eine intensive Kooperation mit den Eltern von Bedeutung ist, ist der Medienabend am St. Xaver in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Forum der Information und des Austauschs geworden. In diesem Jahr stand der Abend unter dem Thema ‚Digitale Kriminalität: Kinder und Jugendliche als Täter und Opfer im Internet‘. Die Referentin des Abends, Katharina Willberg, bei der Polizei Höxter zuständig für Kriminalprävention und Opferschutz, begleitet die Schülerinnen und Schüler am St. Xaver schon seit einigen Jahren im Rahmen des Workshops ‚Cybercrime‘. Nun informierte sie auch die Eltern in einem anschaulichen Vortrag.

Ausgehend von der Klarstellung, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist, sondern hier das Strafgesetzbuch ebenso gilt wie in der realen Welt, wurden mögliche Straftaten erläutert. Neben dem Recht am eigenen Bild und dem Schutz höchstpersönlicher Lebensbereiche erläuterte Katharina Willberg beispielsweise auch Gefahren der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Konkrete Beispiele aus Schülerchats machten den anwesenden Eltern klar, wie schnell Kinder „aus Spaß“ oder ohne nachzudenken eine grobe Straftat begehen können.

Auch bezüglich der Kommunikation im Internet wies sie darauf hin, dass die durch das anonymere Auftreten geringe Hemmschwelle im Internet oftmals zu respektlosem und beleidigendem Verhalten führen kann. Eine Konsequenz daraus könnte beispielsweise das Cybermobbing sein. Katharina Willberg bezog sich hier auf die Studie Cyberlife III des ‚Bündnis gegen Cybermobbing‘, die erst kürzlich ergeben hat, dass bereits 17,3% der befragten Schülerinnen und Schüler einmal Opfer von Cybermobbing waren. Auch ‚hate speech‘ oder Rassismus treten immer wieder in Schülerchats auf. Es handelt sich dabei um klare Straftaten, beispielsweise Beleidigung, Bedrohung, üble Nachrede oder Verleumdung. Was bei vielen Schülerinnen und Schülern als „Spaß“ oder „ein Witz“ beginnt, hat schnell Konsequenzen auf verschiedensten Ebenen.

Abschließend schloss die Referentin Überlegungen an, welche Konsequenzen man aus diesen Beobachtungen ziehe müsste. Positiv hob sie hervor, dass der Jugendmedienschutz in diesem Jahr angepasst und nun auch endlich das Internet als Medium aufgenommen wurde. Des Weiteren empfahl sie Apps zum Kinderschutz und das Aufstellen eines Mediennutzungsvertrags mit den Kindern. Am wichtigsten ist aber die stetige Kommunikation mit den Kindern. Das Internet sollte gemeinsam erlebt und entdeckt werden. Nur so kann eine Sensibilisierung der Kinder gelingen.

In dem sich anschließenden Austausch wurden Fragen des Datenschutzes in sozialen Netzwerken geklärt und die Frage diskutiert, wie weit Vertrauen gehen sollte und an welcher Stelle auch eine regelmäßige Kontrolle von Nöten ist. Nicht zuletzt wurde aber vor allem der Aspekt der Verantwortung aufgegriffen und auch von Elternseite betont, dass eine gemeinsame Vertrauensbasis zwischen Kindern und Eltern, zusätzlich aber auch zu den Lehrerinnen und Lehrern enorm bedeutsam ist, um gemeinsam zum Wohle der Kinder zu arbeiten.

Zum Titelbild: Medienkoordinator Severin Girolstein, Katharina Willberg von der Polizei Höxter und Schulleiter Antonio Burgos (v.l.n.r.) freuten sich über den gewinnbringenden Austausch im Rahmen des Medienabends.

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