A l’aise Breizh – Wie wir uns in der Bretagne wohl fühlten

Ein Bericht über den Frankreichaustausch von Isabel Lammert (9b)

Lannion 2016 (2)Endlich war es wieder so weit: Der Frankreichaustausch mit unserer Partnerschule in Lannion! Am Freitag, den 13. Mai, machten wir uns mit insgesamt 37 Schülern, den Lehrern Frau Höning, Frau Stratmann und Herrn Wagner sowie mit unserem Busfahrer Lothar auf den Weg zu einer wunderschönen Reise in die Bretagne. Doch trotz des außergewöhnlichen Datums stand der Austausch bereits zu Beginn unter einem guten Stern, da wir alle hochmotiviert und offen für die neuen Erfahrungen und Eindrücke in den Bus stiegen.

Wir hatten noch die guten Ratschläge und Umarmungen unserer Familien im Ohr, als es dann endlich um 3:45 Uhr morgens losging und wir zu einer sehr erlebnisreichen Fahrt aufbrachen. Doch zunächst stand erstmal eine lange Zeit Warten an, da wir erst nach 16 Stunden Busfahrt am Abend unser Ziel in Lannion erreichten. Die Neugier jedoch blieb stetig erhalten, als wir dann am Abend die ersten Begegnungen mit unseren Familien hatten und die ersten Kontakte knüpfen konnten. Dabei wurde dann schnell klar, dass eigentlich kein Grund zur Sorge bestand, da wir in unseren Familien sehr herzlich aufgenommen wurden und wir uns sofort ein Bild der tollen Gastfreundschaft der Franzosen machen konnten – Gastfreundschaft, das heißt bei den Franzosen größtenteils auch Essen. Besondere Erfahrungen konnten wir hierbei vor allem in den Familien sammeln, da viele von uns schnell bemerkten, dass die Franzosen mittags und abends warm essen – und das in jeweils fünf Gängen! Doch nicht nur beim Essen wurden Unterschiede festgestellt, sondern auch bei der etwas anderen Art zu leben. Da wir den Rest des Wochenendes dann kein Programm mehr hatten, wurden in den meisten Familien tolle Erfahrungen ausgetauscht, aber auch Ausflüge unternommen (bspw. Spaziergänge am Strand oder Gemeinschaftsaktivitäten). Am Ende des Wochenendes waren die meisten Schüler dann sehr glücklich über die gelungenen ersten Tage, aber es lag auch eine gewisse positive Spannung in der Luft, was uns die nächsten Tage mit Programm so bieten würden. Und wir wurden nicht enttäuscht:

Am Montag stand ein Besuch im Océanopolis Brest an: Das riesige Meeresmuseum mit insgesamt drei Pavillons (Bretagne, Polarzone, Tropen) bietet viele interessante Informationen rund um die Meere und ihre Bewohner.

Der Dienstag stand ganz unter dem Motto: „Schule in Frankreich.“ Nach einer Stadtführung durch Lannion begrüßte uns der Schulleiter M. Le Faou und es wurden bereits Wetten zum Ausgang der Europameisterschaft abgeschlossen. Anschließend durften wir uns selbst vom schmackhaften Schulessen in der Mensa überzeugen. Am Nachmittag durften wir schließlich unsere französischen Korrespondenten in den Unterricht begleiten, wobei auch hierbei zum Teil sehr starke Unterschiede zum deutschen Unterricht festgestellt wurden.

Am nächsten Tag besichtigten wir zunächst das Meeresmuseum in Paimpol mit anschließender Freizeit in der Stadt. Nachmittags fuhren wir dann mit einer Fähre auf die Île de Bréhat, wo wir, verbunden mit wunderbaren Ausblicken, einen Spaziergang zum Leuchtturm der Insel machten. Das Wetter war zum Teil wechselhaft, wobei wir allerdings auch viele schöne Sonnenschein-Momente gemeinsam genießen konnten (En Bretage, il fait beau, plusieurs fois par jour; Wir haben gelernt, dass es in der Bretagne mehrmals am Tag schönes Wetter gibt). Nach diesem gelungenen Ausflug konnte der Tag dann am Abend mit dem traditionellen deutsch-französischen Crêpes-Abend in der Caféteria des Collège in Ruhe ausklingen.

Erste Wehmut kam bereits hoch, als schließlich am Donnerstag der letzte Ausflug an die Rosagranitküste anstand, der jedoch nochmal ein Maximum an Erlebnissen zu bieten hatte. Dabei hatten wir viel Zeit für eigene Erkundungen am Meer und einen interessanten Spaziergang durch das „schönste Dorf Frankreichs“ Ploumanac‘h, wobei wir letztendlich sogar noch einen Blick auf das Schloss des deutschen Komikers und Schauspielers Dieter Hallervorden werfen konnten. Abends stand allerdings schon das Kofferpacken an, was viele von uns nur wehmütig taten.

Letzte Umarmungen und Küsse wurden dann schließlich am Morgen des 20. Mai ausgetauscht, wobei viele von uns die Familien nur schweren Herzens verließen, da man sich in diesen acht Tagen schon so aneinander gewöhnt hatte. Die Reise war nach 14 stündiger Fahrt um Mitternacht beendet, als wir wieder mit unserem Bus das St. Xaver erreichten und unsere Familien wiedersahen.

Doch wie man so schön sagt: „Kein Abschied ist für immer!“ und so freuen wir uns nun besonders auf den Gegenbesuch der Franzosen im September 2016. Ein herzlichen Dank möchten wir hier auch nochmal richten an unsere Lehrer, die uns begleitet haben, an M. Quérel, der den Austausch mit organisiert hat, sowie unseren Busfahrer Lothar, der uns den ganzen Austausch über sicher durch die Gegend gefahren hat. Merci beaucoup! Vielen Dank!

Lannion 2016 (11)

Zeitungsartikel der Ouest-France

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