Xaverianer Teilnehmer der Campus Akademie Schwerte

Ein Bericht von Thomas Oelke (Jgst. 12)

Schon Anfang des Jahres bewarben sich Pascal Rehrmann und ich uns auf Empfehlung unserer Lehrer und der Schulleitung um ein Stipendium für die Campus Akademie 2017, die in der Katholischen Akademie Schwerte stattfindet. Der Kurs, in dem in diesem Jahr 20 Schülerinnen und Schüler aus den katholischen Gymnasien des Erzbistums Paderborn vertreten waren, versprach ein ausgesprochen spannendes und ambitioniertes Projekt zu werden, auf das wir uns beide sehr freuten.

Campus Akademie Woher? Wohin? Abenteuer Menschsein.

W-Fragen haben es in sich: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Wofür lohnt es sich zu leben, sich einzusetzen, sich stark zu machen…? Was im Alltag oft ausgeblendet ist, meldet sich mit Vehemenz an den Schnittstellen des Lebens: Wie geht es nach der Schule weiter? Wofür soll man sich entscheiden?
Abenteuer Menschsein, nicht auf Probe und nicht unter Vorbehalt. Der Ernstfall des Lebens fordert zu Weichenstellungen heraus, zu Kreativität und Risikofreude, zu Nachdenklichkeit und Einsatzbereitschaft. Auch wenn einem keiner die persönliche Antwort auf die wirklich wichtigen Fragen im Leben abnehmen kann: Es macht Sinn, mit anderen darüber im Gespräch zu sein – mit denen, die vor ähnlichen Entscheidungen stehen; mit denen, die ihre Entscheidung bereits getroffen haben und erfolgreich ihren Weg gegangen sind.

Die Campus-Akademie lud zu solchen Begegnungen und Gesprächen mit Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft, Kultur und Medien, Wirtschaft und Kirche ein. Es ergaben sich daraus überraschende Einsichten und ungeahnte Perspektiven. Die gemeinsamen Tage boten zugleich die Chance, über das Gehörte und Gesehene auch untereinander im Gespräch zu sein und zu bleiben – vielleicht der Beginn einer langen Freundschaft und Verbundenheit. Zwar konnten wohl nicht alle Fragen beantwortet werden, aber es eröffneten sich Wege, die sich im Gehen unter die Füße schoben…

An jedem Tag gaben prominente Gäste einen Einblick in ihre Lebens- und Arbeitswelt und eröffneten damit ganz unterschiedliche Horizonte. Jeder der Gäste hielt ein kleines Impulsreferat, das dann in ein angeregtes Rundgespräch mündete. Um nicht in die Rolle des stummen Zuhörers bzw. Zuschauers verbannt zu sein, hatten wir Teilnehmer die Aufgabe uns vorab bereits Informationen über einen Themenschwerpunkt bzw. einen der Gesprächspartner aus dem Internet zu besorgen. Wir sollten also jeweils vor der Gesprächsrunde der ganzen Gruppe über die Ergebnisse unserer Sondierungen in einem kurzen Briefing berichten und im Anschluss an die Begegnung ein Interview mit „unserem“ Gast führen, das aufgezeichnet und in einer abendlichen Redaktionsrunde in unserem Redaktionsstudio verarbeitet wurde. Die verschiedenen Gespräche und Eindrücke wurden im Laufe der Woche von uns zu einem Online-Tagebuch verarbeitet.

Dieses Online-Tagebuch ist im Internet unter www.akademie-schwerte.de ersichtlich und sehr lesenswert.

Hier der Ablauf der Woche in Kurzfassung:

Jeden Tag starteten wir zusammen mit einem Wort in den Tag und endeten mit einem Tagesrückblick. Am Sonntag, den 16.7. kamen alle Teilnehmer gegen Nachmittag an und bezogen die Zimmer. Nach dem Kaffeetrinken begrüßte uns der Leiter der Einrichtung Prälat Dr. Peter Klasvogt und sein Begleiter Dr. Ulrich Harbecke, deutscher Fernsehjournalist und Schriftsteller. Der Sonntag stand unter dem Motto Globalisierung und Entwicklung und startete mit einem Vortrag „Hass überwinden. Vertrauen wecken. Gemeinschaft stärken.“ – Christsein unter Kriegsbedingungen von Dr. Monika-Maria Wolf. „Tell the story.“ Langer Weg und große Herausforderung: Nach dem Abendessen erzählten zwei Kriegsflüchtige über Erlebnisse ihrer Flucht aus Syrien und ihrem Ankommen in Deutschland.

Am folgenden Tag stand das Recht und Gesetz auf dem Programm. Dazu lieferte uns Herr Dr. Harbecke nötige Hintergrundinformationen zum Begriff „Gerechtigkeit“, ehe Peter Cleme, Landgerichtspräsident Arnsberg, Oberstaatsanwalt Volker Bittner aus Dortmund und Rechtsanwältin Melanie Scheuermann aus Meschede über den Rechtsstaat und seine Ordnungsmacht referierten. Der Tag schloss mit einem Workshop: Wir simulierten ein Strafverfahren per Rollenspiel in Anlehnung an einen „moot court“ unter Anleitung durch Richter, Staatsanwalt und Strafverteidiger.

Dienstagmorgen gab uns Dr. Peter Klasvogt Input über Wirtschaft und Medien. Wir hatten Rene Scheer, den Vorsitzenden des Unternehmensverbands östl. Ruhrgebiet zu Gast, der uns über Ethik in der Wirtschaft aufklärte und die Leitfrage „Unmöglich?“ versuchte zu beantworten. Daraufhin fuhren wir gemeinsam nach Dortmund, wo uns Herr Heinz – Herbert Dustmann, Präsident der IHK zu Dortmund und Vorstandsvorsitzender der Dula Werke über seine unternehmerische Erfolgsgeschichte mithilfe von ethisch verantwortlicher Führung aufklärte. Der Unternehmer gewährte uns zudem noch einen exklusiven Einblick in die Dula-Studios, die wir besichtigen durften. Nach einem kurzen Imbiss ging es zum WDR-Studio Dortmund, in dem uns der Studioleiter Gerald Baars schon erwartete und über Medienmacht und Wirklichkeitsdeutung referierte: Zum Grundrecht auf Information in der Wissensgesellschaft.

Die Kunst- und Kulturbegeisterten kamen am Mittwoch auf ihre Kosten. In Münster empfing uns der Weihbischof Dr. Christoph Hegge. Thema der Gesprächsrunde mit ihm war die Kirche als Weggemeinschaft und der Katholikentag. Nach einer Domführung schauten wir uns die Kunst der Moderne im LWL-Museum an und lernten viel auf unserer Führung „Expressionsimus und geometrische Abstraktion“. Weiter fuhren wir nach Rheda Wiedenbrück, wo Prof. Ohnesorg, der Intendant des Klavier-Festivals Ruhr aus Essen, mit uns ebenfalls ein inniges Gespräch führte und uns mit einem Zitat E.T.A Hoffmanns in das darauffolgende Cemballo-Konzert von Jean Christophe Dijoux aus Paris verabschiedete: „Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an“.

Der Donnerstag stand unter dem Motto „Ethische Verantwortung und soziales Engagement“. Leben und Sterben: Das ist der Alltag von Prof. Dr. Horst Luckhaupt, Chefarzt des St. Johannes Hospitals Dortmund, der uns in ethischen Fallbesprechungen seine Grenzerfahrungen und medizinethische Abwägungen näherbrachte. Am Nachmittag erklärte uns Pater Paul Stapel, Gründer der Organisation Fazenda da Esperanca, wofür sein Verein steht. Er gibt den Weg aus Droge und Abhängigkeit mit dem Ziel Leben neu zu lernen; eine Institution, wo die Hoffnung einen Namen hat. Den Tagesabschluss bildete ein Vortrag von Lukas Trötzer, Grant Manager bei Porticus. Er stellte uns innovative Konzepte zur Migration in Deutschland vor, die Systeme verändern.

Am Freitag wurde sich dem Thema Campus & Karriere gewidmet. Dazu zeigte uns Dorothea Böhm, vom Euopean Career Coaching München Möglichkeiten in Werteorientierung, Zukunftsplanung und Lebensgestaltung auf. Mit den Worten „Sei dein eigener Chairman!“ berichtete sie über Erfahrungen für Studium und Beruf. Danach stand uns Frau Marie-Luise Dött MdB, BKU-Vorsitzende und Umwelt- und Baupolitische Sprecherin der CDU/CSU- Bundestagsfraktion aus Berlin für Fragen zur Verfügung. Sie richtete einen klaren Appell an uns: „Führung übernehmen!“ und lehrte uns unternehmerische Verantwortung und politische Gestaltungsmöglichkeiten.

Unsere Campus Woche schlossen wir am Samstag mit der persönlichen Auswertung ab. Jeder reflektierte die vergangenen Tage für sich selbst noch einmal und es kamen eigentlich alle zu dem einheitlichen Entschluss: Es war eine tolle, unvergessliche Zeit.

In den letzten Konferenztagen der Campus-Akademie waren, wie in jedem Jahr, alle ehemaligen Absolventen der Campus Akademie eingeladen. Bereits am Donnerstag reisten auch die „Campus-Akademiker“  der Vorjahre an, die sich mittlerweile zur Campus-Weggemeinschaft e.V. zusammengeschlossen haben. Es gibt bereits verschiedene Fachschaften und Hochschulgruppen, die auch während des Studiums und Berufseinstiegs untereinander Kontakt halten und sich bei offenen Treffen oder gemeinsamen Unternehmungen wiedersehen. Demnach ergaben sich erste Gesprächsmöglichkeiten bezüglich der Studienwahl, evtl. auch Kontakte zu einem möglichen Studienort. Die Ehemaligen veranschaulichten uns die Campus Weggemeinschaft anhand eigener Erfahrungsberichte. Auf die Generalversammluung des Vereins folgte ein Gottesdienst. In diesem Jahr feiert die Campus Akademie 10-jähriges Bestehen. Dieses Jubiläum wurde auf dem Campus- Fest mit viel Musik, Comedy und Tanz kräftig gefeiert.

Am Sonntag hieß es dann „A Dieu“. Nach einem Segensgebet brachen sowohl die Ehemaligen als auch unser Jungjahrgang auf und verabschiedeten sich nach Hause.

Die Campus-Idee, steht für den Zusammenhalt von jungen Menschen unterschiedlicher Begabungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die interdisziplinär und zukunftsorientiert engagiert sind. Die „Campus Weggemeinschaft e.V.“ bietet ein Forum des persönlichen, fachlichen und beruflichen Austauschs im Geist gegenseitiger Unterstützung und Anteilnahme. Ziel des Vereins ist es, junge, engagierte Menschen in ihrer sozialen und beruflichen Entwicklung zu fördern, sie über die Grenzen einzelner Jahrgänge bzw. akademischer und beruflicher Schwerpunkte hinweg zu vernetzen und ihnen eine Plattform für persönliche Begegnung, geistige Auseinandersetzung und Entwicklung gemeinsamer Initiativen zu bieten.

Resümee aus dem Bericht für Lesefaule: Einfach geil 😉

Tipp an die kommenden 11er: Bewerbt euch auf jeden Fall!!

Danke, dass uns diese Woche ermöglicht wurde!

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