Matinée unter dem Motto Synästhesie

Musik-LK und Projektkurs Kunst der Jahrgangsstufe 11 regen Sinne an

(fe). Neben den bereits zur Tradition gewordenen Veranstaltungen und Konzerten am St. Xaver haben selbstverständlich auch immer wieder innovative Ideen für neue Veranstaltungen Platz. Dies bewiesen der Musik-LK und der Projektkurs Kunst nun mit einer Matinée, die unter dem Motto ‚Synästhesie‘ stand. Musiklehrer Thomas Janzing erläuterte zu Beginn der Veranstaltung in der Aula des St. Xaver den Grundgedanken der Synästhesie, die verschiedene menschlichen Sinne zu vermischen. Denn während wir Menschen Melodien in der Regel nur mit dem Hörsinn wahrnehmen, sollten die Melodien in diesem Fall durch neue Klangerfahrungen verschiedene Formen annehmen und gegebenenfalls auch gesehen oder erfühlt werden können.

Im musikalischen Rahmen der Matinée stellten die neun Schüler des Musik-Leistungskurses unter der Leitung von Thomas Janzing Stücke aus verschiedenen musikalischen Epochen vor. Nach dem gemeinsam gesungenen ‚The Longest Time‘ von Billy Joel wurde ein bekannter Klassiker der Musikliteratur des Barockkomponisten und „Großmeisters“ J. S. Bach, das Stück ‚Air‘, von einem Instrumentalensemble des Kurses aufgeführt. Darauf folgten solistische Beiträge von Gabriel Spieker an der Gitarre (‚Blackbird‘ von den Beatles) sowie von Paulina Drewes und Esther Moock an der Flöte bzw. am Klavier (‚Deep Blue‘ von Ian Clarke). Anschließend wurde es deutlich moderner, denn Paulina Drewes und Gabriel Spieker nahmen die Zuschauer mit auf eine Reise in das Film-Musical ‚La La Land‘, indem sie gemeinsam ‚City of Stars‘ sangen und am Klavier begleiteten.

Ein Höhepunkt des ersten Konzertteils war sicherlich die Aufführung von John Cages ‚Five‘. Dieses zeitgenössische Stück ist der Musikrichtung der ‚Aleatorik‘ zuzuordnen, also der so genannten ‚Zufallsmusik‘. Es soll dabei das Spannungsfeld zwischen Determination und Zufall dargestellt werden. Die einzigen Vorgaben des Stückes sind, dass 5 Musiker in 5 Minuten 5 verschiedene Klangereignisse entwickeln sollen. Es bleibt jedoch jedem Musiker selbst überlassen, wann und wie lange die vorgegebenen Noten gespielt werden, so dass jede Aufführung des Stückes eine einmalige Variante darstellt. Die Wahrnehmung dieser für viele Zuschauer neuen Klangerfahrung wurde zudem intensiviert, indem im Zuge eines Wandelkonzertes gleichzeitig zum Betrachten der ausgestellten Kunstwerke des Projektkurses Kunst unter der Leitung von Dorthe Schmallenbach eingeladen wurde. Die Schüler des Kurses haben verschiedene Themen und Geschichten gewählt, die sie in mehreren Arbeiten zu Bilderbüchern ausgearbeitet haben. So entstand eine große Vielfalt an Themen und eine enorme Bandbreite künstlerischer Techniken, die die Schüler angewandt und experimentell weiterentwickelt haben.

Im zweiten Konzertteil wurden die Sinneserfahrungen durch weitere vokale und instrumentale Solo- und Ensemblebeiträge vertieft. So überzeugten Kurslehrer Thomas Janzing am Horn (‚Laudatio‘ von Bernhard Krol), Esther Moock am Violoncello (Suite Nr. 2, Prélude von J. S. Bach), Lea Leßmann am Klavier (‚Nuvole Bianche‘ von Ludovico Einaudi) mit instrumentalen Soloauftritten sowie Alina Loges (‚Summertime‘ von George Gershwin) und Nela Meyer (‚Read All About It‘ von Emeli Sande, begleitet von Charlotte Rolf am Klavier) mit Gesangssoli. Ein weiteres akustisches Erlebnis war zudem das Stück ‚Ryoanji‘ von John Cage, das ebenfalls der Musikrichtung der ‚Aleatorik’ zuzuordnen ist.

Den Abschluss bildete die ‚Bohemian Rhapsody‘ von Queen, ein Klassiker der Musikliteratur, den der Musik-LK, unterstützt von Nils Bilanzola am Schlagzeug, mit sichtbarer Freude aufführte.

Kurzum: Ein spannender und vielseitiger Vormittag mit den verschiedensten Sinneserlebnissen, der sicherlich bei dem ein oder anderen Besucher nachhaltige Eindrücke hinterlassen hat.

Auf dem Titelfoto: In der gut besuchten Aula nahmen die Schüler des Musik-Leistungskurses die Zuhörer mit auf eine Reise in verschiedene Klangwelten.