Ein starkes Plädoyer für die europäische Zusammenarbeit

(fe). Hoher Besuch am Gymnasium St. Xaver: Im Rahmen der von der Initiative ‚Pulse of Europe Brakel‘ organisierten ‚Europäischen Woche‘ war Prof. Dr. Henri Ménudier, emeritierter Professor der Universität Sorbonne in Paris, am vergangenen Dienstag zu Gast am Gymnasium St. Xaver und sprach in der Aula der Schule vor und mit den Schülern der Oberstufe.

Prof. Henri Ménudier, geboren 1940, gilt als Fachmann in den Bereichen ‚Deutschland nach 1945‘ sowie in deutsch-französischen und europäischen Fragen. Er hat zahlreiche Schriften und Aufsätze verfasst, an vielen Radio- und Fernsehsendungen in Deutschland und Frankreich teilgenommen sowie rund zwanzig Dokumentarfilme für das deutsche Fernsehen produziert. Kurzum: Ein wahrer Fachmann für das Thema ‚Europa‘.

Ausgehend von der Prämisse „Nur wer die Geschichte kennt, kann den Wert der europäischen Einigung wertschätzen,“ erläuterte Prof. Ménudier anhand des deutsch-französischen Verhältnisses den Mehrwert Europas. Er blickte auf die wechselhafte Geschichte zurück, erinnerte an die drei großen gegeneinander geführten Kriege, betonte dann aber das friedliche Miteinander seit 1945. Er wies in diesem Zusammenhang auf die Gründung der NATO 1949 und der ‚Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl‘ 1951 hin, die einen schnellen Wiederaufbau und eine Erholung Westeuropas ermöglicht hätten. Zudem seien neben der wirtschaftlichen Kooperation zwischenmenschliche Beziehungen etabliert worden, beispielsweise durch Städtepartnerschaften oder Schüleraustauschprogramme. Auf dieser Basis hätten sich bis heute viele zwischenstaatliche Projekte entwickelt, die symbolisch für den europäischen Zusammenhalt und Austausch seien und „die einzigartige Geschichte der deutsch-französischen Zusammenarbeit‘ spiegeln würden.

Im zweiten Teil seines Vortrags stellte Ménudier dann die Bedeutung solch einer kooperativen Zusammenarbeit in der heutigen Zeit heraus. Das vereinte Europa sehe sich sowohl durch innere Probleme wie die Wirtschaftskrise 2008 oder die Migrationskrise 2015, aber auch durch Bedrohungen ‚von außen‘, beispielweise die imperialistischen Bestrebungen Russlands oder Konflikte im ‚Nahen Osten‘ mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Ménudier verdeutlichte im Hinblick darauf, dass „die Probleme nur europäisch gelöst werden können.“ Dabei sei gerade die Jugend von enormer Bedeutung, denn die Gestaltung der Zukunft liege in ihren Händen. Ménudier bat die Schüler daher darum, an europäischen Projekten teilzunehmen und, falls möglich, bei der Europawahl im Mai 2019 eine pro-europäische Stimme abzugeben.

In der anschließenden Diskussionsrunde stellten die Schüler verschiedene vertiefende Rückfragen, beispielsweise zur Idee eines vereinten europäischen Bundesstaates oder zu möglichen bzw. nötigen Reformen in der Europäischen Union.

An dieser Stelle nochmals einen Dank an die Initiative ‚Pulse of Europe‘, die Prof. Ménudier für den Vortrag am St. Xaver gewinnen konnte.

Das Titelbild zeigt (v.l.): Hella Bleich-Thiemann (‘Pulse of Europe’ Bad Driburg), Nicole Allroggen (Beauftragte Europaschule), Claus Dietrich (‘Pulse of Europe’ Brakel), Prof. Henri Métudier, Rainer Pauli (‘Pulse of Europe’ Brakel), Schulleiter Antonio Burgos und Werner Hoormann (‘Pulse of Europe’ Brakel)

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