„Wir haben es in der Hand: Seien wir Zukunft!“

Ein Brief an die Schulgemeinde zur diesjährigen Bolivienwoche

(as/pz). Seit dem Jahr 1997 existiert sie bereits: die Missionspartnerschaft zwischen den Steyler Missionsschwestern in Bolivien und dem Gymnasium St. Xaver. Gemeinsam konnten seither viele Selbsthilfeprojekte realisiert werden.

Diese Projekte wurden von den Schwestern vor Ort initiiert und von der Schulgemeinde mit Erlösen aus Solidaritätsveranstaltungen, Schulfesten und Kollekten finanziell unterstützt. Auch in der diesjährigen Bolivienwoche, die vom 18. bis 24. März 2019 stattfindet und unter dem Motto „Wir haben es in der Hand: Seien wir Zukunft!“ steht, wird es wieder um ein Selbsthilfeprojekt gehen. Der folgende Brief, der an die gesamte Schulgemeinde gerichtet ist, berichtet Näheres darüber:

                                                                                                   Bad Driburg, den 17.3.2019

Liebe Schüler und Eltern des Gymnasiums St. Xaver! Liebe Kollegen!

Erinnern Sie sich/ ihr euch, wofür sich in der Bolivienwoche im vergangenen Jahr eingesetzt wurde? Es ging damals darum, Geld für ein Wasserauffangsystem im fernen Andendorf Tapacari zu sammeln. Die Steyler Schwestern hatten für ihr dortiges Internat ein Feld zum Anbau von Obst und Gemüse geschenkt bekommen, aber aufgrund der geringen Niederschläge in der Regenzeit bestand die Gefahr, dass die Pflanzen nicht angingen. Durch unser gemeinsames Engagement als Schulgemeinde konnten nun aber bereits erste Maßnahmen getroffen werden und auch in den folgenden Monaten wird weiter an dem Projekt gearbeitet werden. Unser Einsatz hat sich also mehr als gelohnt! Ihren Dank dafür brachten die Steyler Missionsschwestern und die Internatsschüler vor einigen Wochen in einem Brief und vor allem in folgenden Fotos zum Ausdruck, die den Anbau von Pflanzen auf dem Feld zeigen:

Mit dem Wasserauffangsystem dürfte die Ernte nun höher ausfallen – zur Freude der Schwestern und der Internatsschüler in Tapacari. Weil die staatliche Unterstützung für das Internat immer öfter ausbleibt, entstand daraus die Idee, sich die höheren Ernteerträge zunutze zu machen und eine kleine Bäckerei zu gründen. Hier könnten die Schüler des Internats das Backen von Brot erlernen und dieses auch verkaufen, um damit unabhängiger von der staatlichen Förderung, aber auch von Spendengeldern zu werden – eine gute Idee, wie wir finden! Daher haben wir uns in Absprache mit den Steyler Missionsschwestern vor Ort dafür entschieden, in der bevorstehenden Bolivienwoche wieder Gelder zu sammeln und zwar für Utensilien für die Bäckerei wie zum Beispiel einen kleinen Ofen, Rührschüsseln usw.

So werden die fünften Klassen im Fach Englisch an einem „Vokabelspendenlauf“ teilnehmen – eine besonders kreative Form des Spendensammelns, bei der jeder Schüler für jede richtig gewusste Vokabel in einem Englisch-Vokabeltest einen kleinen Geldbetrag von einem Sponsor erhält!

Darüber hinaus werden an jedem Tag in der Woche sowohl die Fair Trade-Gruppe als auch die Schülervertretung fair gehandelte Artikel und Spezialitäten verkaufen – so u. a. einen alkoholfreien Regenwald-Cocktail am Mittwoch und Freitag. Der Erlös dieses Verkaufs wird ebenfalls für die Bäckerei bestimmt sein.

Und die Eltern an unserer Schule haben bereits durch den Kuchenverkauf am „Tag der offenen Tür“ einen großen Geldbetrag erwirtschaftet, der ebenfalls in das Bäckerei-Projekt in Tapacari fließen wird – eine großartige Sache, insbesondere auch deshalb, weil die Missionspartnerschaft auf diese Weise zugleich von Schülern, Lehrern und Eltern getragen wird.

In der Bolivienwoche geht es aber nicht nur darum, Gelder zu sammeln, sondern auch darum, in einzelnen Unterrichtsstunden mehr über die Situation vor Ort in Südamerika zu erfahren und an unsere Freunde in Bolivien zu denken. Das wird u. a. im Morgengebet geschehen.

Darüber hinaus besteht in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, Wünsche für unsere Welt zu notieren oder aufzumalen und an einer großen, vor der Schulkirche stehenden Pinnwand zu befestigen. Die verfassten Wünsche werden dann auch ein Bestandteil des Boliviengottesdienstes am Sonntag, den 24. März 2019, um 17 Uhr in unserer Schulkirche sein, zu dem alle herzlich eingeladen sind!

Ein weiterer Höhepunkt in der Bolivienwoche wird sicherlich der Regenwald-Vortrag von Dieter Schonlau und Sandra Hanke sein. Dieser findet zwar nicht, wie ursprünglich geplant, in der Bolivienwoche, sondern erst in der Woche darauf am Mittwoch, den 27. März 2019, statt, greift aber das Thema  „Wir haben es in der Hand: Seien wir Zukunft!“ auf. Nähere Informationen dazu können dem entsprechenden Artikel auf der Homepage entnommen werden – eine bestimmt lohnenswerte Veranstaltung!

Wir freuen uns über all diese Aktionen, danken schon jetzt für die Unterstützung auch im Namen der Menschen in Tapacari und verbleiben mit vielen Grüßen.

Julia Assmuth und Christoph Paetzold

P.S.: Wer sich einen Eindruck von der Lage vor Ort machen möchte, dem sei die Filmreportage über eine Fahrt von Schülern und Lehrern des Gymnasiums St. Xaver nach Bolivien empfohlen:

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