16.03.2026

Kreatives Schreiben im Deutschunterricht

Im Deutschunterricht der Klasse 6b stand kürzlich das kreative Schreiben von Horrorgeschichten an. Einen tollen Einblick in die vielfältigen Ergebnisse bietet die Geschichte "Ein seltsamer Tag" der Schülerin Singa Biermann.

Ein seltsamer Tag

Ding-Dong! Es klingelte. „Endlich ist die Schule aus“, dachte ich. Ich beeilte mich, um nach Hause zu kommen. Auf halben Weg fiel mir jedoch auf, dass ich mein Buch für die Hausaufgaben vergessen hatte. Schnell lief ich zurück und zum Glück war die Nebentür der Schule noch auf.

Also ging ich hinein und die Treppe rauf in den zweiten Stock. Alles war verlassen, die Flure alle leer. Das war ein beklemmendes Gefühl so ganz alleine, wo sonst immer alles laut war. Nirgendwo ein Licht, alles finster. Ob der Hausmeister auch schon weg war?

Aber was war da? Ein Lichtblitz und ein leises Knarren. Wo kam das denn so plötzlich her? Vom Klassenzimmer am Ende des Flures, glaubte ich. Leise flüsterte ich: „Ist hier jemand?“ Niemand antwortete. Ich hörte nur mein Herz laut pochen. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und ging langsam in Richtung des Geräusches, öffnete vorsichtig die Tür und sah in den Raum hinein. Nichts! Niemand war drin. Wie unheimlich!

Aber an der Tafel, da war doch etwas, rot wie Blut. Ich konnte es aber nicht genau erkennen. Ein eiskalter Schauer lief mir den Rücken hinunter, aber ich hoffte, dass es einfach nur Matheaufgaben waren. Ich suchte panisch nach dem Lichtschalter. Ich fand ihn und drückte drauf, aber es passierte nichts. Es blieb dunkel. Mit zittriger Stimme jammerte ich: „Oh nein, auch das noch, ein Stromausfall!“

Dann hörte ich etwas aus dem Nebenraum. Ein leises Flüstern. Ich schrie lauf auf: „Ah, was war das?“ „Eine Frau?“, dachte ich, „wer mag das sein?“ Das Flüstern wurde immer lauter und lauter, bis ich es erkannte. Mein Name: „Singa, Singa.“ Es entwickelte sich jetzt zum richtigen Schreien: „Singa! Singa! Singa!“ Oh Gott, was war das? Ich traute mich nicht in den Raum hinein zu gehen. „Singa, aufstehen. Jetzt bist du sehr spät dran!“, rief meine Mutter.

Ich wachte auf und erschrak, dass ich nicht in der gruseligen Schule war, sondern in meinem Bett lag. Ein Traum, wirklich alles nur ein Traum. Erschöpft stand ich auf und frühstückte. Dabei dachte ich über meinen Traum nach und ging dann wie fast jeden Tag in die Schule. Aber wie merkwürdig, alles war noch dunkel. Ich war doch schon so spät dran….