Eine weitere Vorstellung fand am Vormittag statt, um weitere Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte
teilhaben zu lassen.
Mithilfe von Frau Fisch und Herrn Leemhuis wurde im ersten Halbjahr ein angemessener Zugang zu Themen wie Verantwortung, Gerechtigkeit und dem Holocaust thematisiert. Warum beschäftigen uns Ereignisse, die viele Jahrzehnte zurückliegen, noch heute? Warum fällt es uns oft schwer, über Schuld und Vergebung zu sprechen? Mit unserem Theaterstück ,,Die Sonnenblume‘‘ nach Simon Wiesenthal setzen wir uns mit genau diesen Fragen auseinander. Im Mittelpunkt steht die Begegnung zwischen einem jüdischen Häftling und einem sterbenden SS-Mann, die beide vor eine schwierige moralische Entscheidung stellt. Das Stück fordert uns dazu auf, über Verantwortung, Menschlichkeit und die Folgen von Entscheidungen nachzudenken. Dabei gibt es keine
einfachen Antworten. Stattdessen lädt die Geschichte dazu ein, verschiedene Perspektiven zu betrachten und sich eine eigene Meinung zu bilden. Wo endet Menschlichkeit? Wo dürfen wir eine Entscheidung treffen und die Grenze zwischen Schuld und Vergeben ziehen?
- Eindrucksvoll inszenierte der Projektkurs den autobiographischen Bericht „Die Sonnenblume“ von Simon Wiesenthal.
- Der Frage, inwieweit dem im Sterben liegenden SS-Mann seine Schuld verziehen werden kann oder nicht, wurde auch in der Bühneninszenierung des Projektkurses nachgegangen.
Simon Wiesenthal (1908-2005), der Mann hinter der Geschichte, war ein österreichischer Dokumentar und Schriftsteller aus Galizien. Er überlebte die Shoa gemeinsam mit seiner Frau. Er machte es sich zur Lebensaufgabe, NS-Verbrecherinnen und -verbrecher aufzuspüren und vor Gericht zu bringen. 2005 erhielt er das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.
Die Handlung von ,,Die Sonnenblume‘‘ spielt während des Zweiten Weltkriegs. Unter der nationalsozialistischen Herrschaft wurden Millionen Menschen verfolgt und ermordet. Besonders jüdische Menschen wurden entrechtet, deportiert und in Konzentrations- und Vernichtungslagern festgehalten. Simon Wiesenthal war selbst
Gefangener in mehreren Konzentrationslagern. Vor diesem historischen Hintergrund ereignete sich die Begegnung mit einem sterbenden SS- Mann, die später zur Grundlage seines Buches „Die Sonnenblume“ wurde.
- Ganz unterschiedliche Gedanken und Sichtweisen wurden in der Inszenierung des Projektkurses geäußert und die Zuschauer damit herausgefordert, sich selbst ein Urteil zu bilden.
- Mit einem langen anhaltenden Applaus bedankten sich die Zuschauerinnen und Zuschauer für die bewegende Inszenierung.
Innerhalb des Projektkurses haben wir uns intensiv mit dem Dilemma Simons beschäftigt: Hätte er, hätte überhaupt jemand verzeihen sollen, verzeihen dürfen? Dazu haben wir eigene Antwortversuche geschrieben, sowie innere Monologe, die alle Teil des Stücks wurden. Die Zuschauer wurden über das ganze Stück, aber besonders am Ende aufgefordert, zu reflektieren, wie sie gehandelt hätten. Uns war wichtig, dass das Dilemma deutlich wird und die Schuld und Vergebung gespürt wird.
Besonderen Dank gebührt Frau Schernus, Frau Fisch und Herrn Leemhuis, sowie einigen Schülerinnen und Schülern der Jgst. EF sowie Lennart aus Klasse 5, ohne die das Stück so nicht möglich gewesen wäre und nicht in seinem Ausmaß gewirkt hätte.
Ein Bericht von Johanna Füller (Jgst. Q1)



