Im Mittelpunkt ihres Vortrags vor den Jahrgangsstufen 10 bis 13 stand das Denken und Handeln der sogenannten „Neuen Rechten“. Katrin Himmler erläuterte, wie Vertreterinnen und Vertreter dieses politischen Spektrums Menschen nach ihrer vermeintlichen kulturellen Zugehörigkeit einteilen: in Menschen, die anscheinend „deutsche Wurzeln“ haben, und in Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft oder zugeschriebenen Kultur als nicht zugehörig betrachtet werden und nach dieser Vorstellung auch niemals zugehörig sein können.
Damit, so wurde deutlich, geht es nicht lediglich um unterschiedliche politische Positionen, sondern um ein Menschenbild, das Zugehörigkeit an Herkunft und vermeintlich unveränderliche kulturelle Merkmale knüpft und das damit zutiefst dem christlichen Menschenbild und dem deutschen Grundgesetz widerspricht. Die Auseinandersetzung mit solchen Vorstellungen ist deshalb auch eine zentrale Aufgabe demokratischer Bildung.
- Engagiert und anschaulich referierte Katrin Himmler über das Welt- und Menschenbild der „Neuen Rechten“.
- Mit Beispielen aus der Region, so u. a. über die Bedeutung der Wewelsburg für die SS und heutige rechtsextreme Gruppierungen, veranschaulichte Katrin Himmler ihren Vortrag.
- Von großem Gewinn war der anschließende Austausch, wie auch Schülerinnen und Schüler nach der Veranstaltung herausstellten.
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war Katrin Himmlers eigene Familiengeschichte. Als Großnichte Heinrich Himmlers berichtete sie über ihre Familie und setzte sich mit der Rolle und Verantwortung ihres Großonkels in der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Dabei wurde Geschichte nicht nur als abstraktes Geschehen der Vergangenheit sichtbar, sondern als Teil einer persönlichen Familiengeschichte, die Anlass zu einer tiefen Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Unrechtsstaat war.
Besonders wichtig war Katrin Himmler das anschließende Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern. In einer offenen und respektvollen Atmosphäre entstand ein Austausch auf Augenhöhe, bei dem zahlreiche Fragen und Gedanken zur Sprache kamen und auch die Sorgen der Schülerinnen und Schüler ernstgenommen wurden.
Gerade dieser direkte Dialog war noch einmal in besonderer Weise von Gewinn. Schließlich lebt Demokratiebildung nicht nur davon, Wissen zu vermitteln. Sie bedeutet auch, zuzuhören und miteinander ins Gespräch zu kommen, um junge Menschen darin zu bestärken, selbstbewusst und kritisch für demokratische Werte einzustehen – insbesondere vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen und Gefahren.


