Frauenkooperative

In Laja, einer kleinen Kreisstadt auf der Höhe von 3800 m im Altiplano, der Hochebene der Anden, etwa eine Autostunde von der Hauptstadt La Paz und anderthalb Stunden vom Titicacasee entfernt, gibt es zwei Projekte.
Den Steyler Missionsschwestern, die seit etwa neun Jahren in einer kleinen  Gemeinschaft in Laja leben, geht es hauptsächlich darum, die Situation der Bevölkerung zu verbessern und so dazu beizutragen, die Landflucht aufzuhalten.

Ihre Ansprechpartnerinnen sind hier vor allem die Indio-Frauen, die den  größten Teil der Bevölkerung von Laja und der umliegenden Dörfer ausmachen. Die Männer arbeiten oft in den größeren Städten und kehren, wenn überhaupt, nur zum Wochenende zu ihren Familien zurück. Die Frauen sind also meist allein verantwortlich für die Arbeit im Haus und auf dem Feld sowie für die Versorgung und Erziehung der Kinder. Dabei verstehen  sie sich als “Dienerinnen” ihrer Männer, sind völlig  von ihnen abhängig und haben trotz der vielfältigen Aufgaben, die sie bewältigen müssen, kaum Selbstwertgefühl. Die wenigsten können lesen und schreiben, viele sprechen nur die Indio-Sprache  Aymara und kein oder nur wenig Spanisch, die offizielle Landessprache.
Um ihnen zu einer “Ausbildung” und damit zu einer Verdienstmöglichkeit und mehr Selbstbewußtsein zu verhelfen, haben die Schwestern vor einigen Jahren begonnen, in den verschiedenen Dörfern Frauengruppen zu bilden und dort Handarbeitsunterricht zu erteilen bzw. zu organisieren. Die Frauen lernten nähen, sticken und stricken, zunächst für den Eigenbedarf, später dann auch für den Verkauf.

Vor einiger Zeit haben ein paar Gruppen begonnen, die für das Andenhochland typische Alpakawolle zu verarbeiten. Die Wolle wird erst von Hand gesponnen und gedreht, anschließend werden Schals, Stirnbänder, Handschuhe und Pullover gestrickt und mit den traditionellen Mustern versehen.
Bei allen Schwierigkeiten vor Ort ist das Projekt inzwischen ein großer Erfolg: Einige Indio-Frauen haben schon soviel Kenntnisse erworben, dass sie diese nun ihrerseits an andere weitergeben können. Darüber hinaus ist bei vielen Frauen der Wunsch nach mehr Bildung entstanden, so dass in einigen Dörfern Alphabetisierungskurse eingerichtet werden konnten.

Wir am Gymnasium St. Xaver jedenfalls freuen uns, dass wir durch unsere finanzielle Unterstützung zum Kauf von Näh- und Strickmaschinen beitragen und damit ein Stück Hilfe zur Selbsthilfe leisten konnten. Am alljährlich in der Adventszeit stattfindenden TAG DER OFFENEN TÜR bieten wir Strickwaren aus den Frauenprojekten in Laja und Umgebung zum Verkauf an und können so den Frauen  so zu einer weiteren kleinen Einnahmequelle verhelfen. Natürlich ist es möglich, auch außerhalb dieser Zeit Strickwaren aus der Frauenkooperative zu erwerben, bzw. auch Schals, Pullover etc. nach  individuellen Vorstellungen und Maßen in Auftrag zu geben. Ansprechpartner ist Frau Rensinghoff Menger.